Heidi Weber

„Sie sind aktiv und objektiv; Ihre Vorgehensweise ist einheitlich, und das ist sehr wichtig.“
Le Corbusier zu Heidi Weber am 26. Juni 1961

Dank Heidi Webers Enthusiasmus, ihrer Beharrlichkeit und Gewissenhaftigkeit konnten alle Fallen und Schwierigkeiten überwunden werden. Mit seinem gewohnten Scharfsinn hatte Le Corbusier auf Anhieb die Fähigkeiten dieser entschlossenen und aktiven Frau erkannt. Sagte er nicht: „Keiner meiner besten Freunde hat je so viel für mich und mein Werk getan wie Sie“, eine aussergewöhnliche Anerkennung, wenn man bedenkt, wie ungern er Frauen an seiner Tätigkeit beteiligte.
 
Nach 4 Jahren Zusammenarbeit unterzeichnete Le Corbusier 1962 eine Vereinbarung, die 1964 mit einem Zusatz vervollständigt wurde, und Heidi Weber die unbeschränkte Vollmacht für die Förderung seines bildnerischen Werkes übertrug; diesem Dokument folgte ein dreissigjähriges Exklusivrecht für die Reproduktion und den Verkauf aller seiner bildnerischen Werke sowie die Veröffentlichung von Büchern, Gravuren und Lithographien. Es ist zu betonen, dass diese Vereinbarung 6 Jahre vor der Gründung der Fondation Le Corbusier abgeschlossen wurde.

Heidi Webers Wirken hatte die internationale Anerkennung der Werke des Künstlers zur Folge. Ein beispielloser professioneller Einsatz, der dem Werdegang der Pariser Fondation Le Corbusier zugute kam und es dieser unter anderem ermöglichte, finanzielle und administrative Schwierigkeiten zu meistern.
Dank ihrer Dynamik und ihres aussergewöhnlichen Könnens gilt Heidi Weber auf internationaler Ebene als unbestrittene Autorität, was die Werke Le Corbusiers betrifft.
 
Von der Fabrikation und der kommerziellen Herstellung der 4 Sitzmöbel 1958, die Le Corbusier 1928 entworfen hatte, bis zur Bekanntmachung durch Ausstellungen von Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen oder der Veröffentlichung einer Serie von 50 Gravuren und Lithographien, von Kunstbänden und, nicht zu vergessen, der Herstellung von Wandteppichen, wusste Heidi Weber Le Corbusiers Werk zu fördern, und wird zu Recht weltweit als seine geistige Erbin anerkannt.

Eine so anspruchsvolle Sammlung zusammenzutragen, wie Heidi Weber dies verwirklicht hat, erfordert einen unerschütterlichen Glauben und einen grossen Kunstsinn. Dank ihrer Aufrichtigkeit widerstand sie den Versuchungen von Händlern und Spekulanten. Wenn sie manchmal gezwungen war, sich von einem Objekt zu trennen, suchte sie nach Möglichkeit den Käufer selbst aus. Anschliessend kaufte sie, wann immer es möglich war, die Werke zurück, um sie wieder in ihre Sammlung aufnehmen zu können.  Mit der Vielfältigkeit seiner künstlerischen Ausdruckskraft – von Zeichnungen, Aquarellen, Gouaches und Ölbildern über Wandteppiche, Gravuren, Büchern und Skulpturen bis hin zur Architektur – hat Le Corbusier ein umfassendes Gesamtkunstwerk geschaffen. Eine Synthese all dieser Künste war die grundlegende Idee, die Heidi Weber im letzten von Le Corbusier geschaffenen Haus verwirklichte.


Als einziges Museum, das ausschliesslich dem bildnerischen Werk Le Corbusiers gewidmet ist, wurde im Auftrag von Heidi Weber das 1961 von Le Corbusier entworfene „La Maison d‘Homme“ am 16. August 1967 vollendet und eingeweiht.

Das war allein Heidi Weber zu verdanken. Es ist ein Denkmal und damit Ehrerbietung, die dem grossen Künstler zuteil wurde. So gibt uns dieses „Monstrum an Beharrlichkeit, Hingabe und Enthusiasmus“, wie Le Corbusier sich ausdrückte, die Gelegenheit, den Gedanken des Künstlers nachzuvollziehen, der der Auffassung war, dass „Alles in allem enthalten ist“, und zwar sowohl bei den bescheidensten Werten, die er hochachtete, als auch bei den revolutionärsten Ideen.

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